…Klaipeda…

…wir sitzen noch bis spät in die Nacht mit den neuen Nachbarn aus Kiel draußen… die Luft ist herrlich… Aufbruchstimmung macht sich breit, denn morgen geht unsere Fähre…

…es gibt sogar noch ein Feuerwerk für unseren Abschied… das finde ich sehr angemessen…

…eine neue Beifahrerin haben wir seit gestern auch noch, sie vom Hexenberg aus mitgekommen…

…wir parken etwas abseits der Altstadt von Klaipeda und laufen den Rest zu Fuß… es ist heiß heute und die Sonne brennt unerbittlich…

…eine Runde durch die Altstadt aber so wirklich viel zu sehen gibt es hier nicht…

…das gepaart mit den heutigen Temperaturen bringt uns dazu lieber noch ein Eis in der riesigen Shopping Mall zu essen vor der wir geparkt haben…

…dann geht es zum Fähranleger und wieder ist Warten angesagt…

…und warten…

…und warten…

…der Check in verzögert sich, da der Grenzschutz jedes Auto für die Schwedenfähre durchsucht und somit die ganze Zufahrt lahmlegt…

…und wir warten…

…irgendwas oder wen suchen die offensichtlich…

…und wir warten…

…dann kommt die Grenzkontrolle… man pfeift und zurück und weißt uns zurecht… offensichtlich haben wir irgendwas falsch gemacht…

…naja… nach einer gefühlten Ewigkeit dürfen wir passieren und vorfahren bis zum Gate…

…hier warten wir wieder…

…und warten…

…der Keilriemen hat übrigens beschlossen doch wieder schmerzhaft zu quietschen…

…wir warten…

…der Follow Me dreht seine Runden aber und nimmt er nicht dran…

…wir warten…

…endlich dürfen wir bis zur Fähre vorrücken…

…auch hier warten wir dann wieder bis alle anderen im Schiff sind…

…und wir warten…

…dann endlich dürfen wir einparken…

…und verlassen Klaipeda bei bestem Wetter…

…die kurische Nehrung…

…von Dreverna gibt es eine Fähre auf die kurischen Nehrung… die nehmen wir um 10 Uhr… die Fähre ist voll gestopft und das mit dem Mundschutz nimmt man hier nicht so genau…

…hurtig geht es hinüber, mehr als 15 Minuten braucht das schnelle Boot nicht um seine Fracht ans andere Ufer zu bringen…

…über den Hexenberg kommen wir auf die andere Seite der Nehrung an die Ostsee…

…schwimmen und in der Sonne liegen… es könnte wahrlich schlimmer sein… den Nachmittag verbringen wir am Ostseestrand der kurischen Nehrung mit seinem singenden Sand… wunderbar…

…die Fähre zurück geht um 18:30 Uhr und ist ähnlich voll wie die hin morgens… nebenan posiert ein Hochzeitspaar auf dem Dach einer kleinen Jacht… naja… nicht gerade gut in Szene gesetzt… kann man mal machen… muß man aber nicht…

…also wir zurück auf dem Platz sind tummelt sich die ganze Hochzeitsgesellschaft im Hafenrestaurant an unserem Platz… zum Glück haben wir schon auf der anderen Seite des Haffs gegessen im Nachmittag…

…prinzipiell ist hier ohnehin viel Trubel auf dem Platz, was uns jetzt nicht so begeistert aber sei‘s drum… morgen geht es auf die Fähre…

…Reisetag… Aizpute – Dreverna…

…die Nacht ist recht ruhig obwohl der Parkplatz so hoch frequentiert ist… am Morgen brechen wir direkt auf zum Markt in Aizpute…

…der Markt hat geschlossen, also brechen wir auf… wieder geht es durch viel Nichts auf endlosen Landstraßen…

…von der Rücksitzbank dröhnt Dschingis Kahn und das Kind singt laut mit… mir macht das etwas Angst…

…in Palanga trägt man Maske… das erste mal in unserem Urlaub, dass das so ist… bisher haben wir hier kaum jemanden mit Maske gesehen…

…später lesen wir, das Litauen zum 01.08. wieder eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum eingeführt hat… nun… so können wir uns schon mal wieder an zuhause gewöhnen und Halstuch tragen…

…wir frühstücken Eier im Hackfleischmantel und fahren weiter bis hinter Klaipeda… hier parken wir ein mit Blick auf die kurische Nehrung…

…gegessen wird im Hafenrestaurant mit blöder Kellnerin aber sehr gutem Essen…

…der Nachwuchs findet es auch toll…

…und dann wird es auch schon Abend… das kurische Haff hält was es verspricht… die Pferdebremsen leider auch… mein linker Unterarm ist dick geschwollen… na sei’s drum… trotzdem traumhaft hier… wenn auch ziemlich voll…

…Reisetag… Tuja – Riga – Aizpute…

……wir verlassen den Campingplatz in Tuja bei Regen… die Möwen belagern wie gewohnt ihre Steine… wir nehmen Abschied vom rigarer Meerbusen und fahren gen Riga…

…Halt machen wir am Zentralmarkt… wenn man schon durch Riga fährt sollte man DAS mal gesehen haben… zwar ist es ungewöhnlich leer aber nun gut…

…wir kaufen frischen und geräucherten Fisch, Pfifferlinge, Brot und Käse, Kekse und Puddingteilchen… lecker…

…heute Abend gibt es also frische Pfifferling mit Spagetti und dazu gebratenen Lachs…

…sehr interessante Straßenbahnen gibt es noch oben drauf…

…ein ganz besonderes Andenken finden wir auch…

…die Autobahnen um Riga erinnern uns irgendwie an Chile… auch hier fährt man einfach mal mit dem Fahrrad auf der Autobahn… kann Mann mal machen… muß man aber nicht…

…dann geht es weiter nach Aizpute… dort hat mein Großvater gelebt bis er vertrieben wurde…

…wir parken auf einem kleinen Picknickplatz am See und gehen zu Fuß in das kleine Städtchen, mit gerade einmal ca. 4000 Einwohnern einer der großen Orte in der Gegend…

…dass man auf den Bildern keine Menschen sieht liegt übrigens nicht daran, dass ich gewartet habe bis niemand durchs Bild läuft… hier ist einfach niemand… vieles ist verfallen und/oder steht leer… trotzdem ist es schön hier zu sein, im letzten Jahr waren wir nur auf der Durchreise kurz hier… diesmal verbringen wir eine ganze Nacht hier…

…im Supermarkt kaufen wir Bier aus der örtlichen Brauerei… es ist recht malzig aber durchaus trinkbar…

…wir schlendern gemütlich durch den Ortskern und dann zurück auf den Platz am See, wo unser Pedro auf uns wartet und ich mich mit den Pfifferlingen und dem Lachs beschäftigen kann…

…wir haben lange nicht so gut gegessen… Pfifferlinge aus den Wäldern Lettland schmecken doch besser als das was man bei uns so zu kaufen bekommt…

…beim Kochen stellen wir auch fest, dass unser Rauchmelder sehr gut funktioniert… das Braten des Fisches war wohl etwas Zuviel für den Sensor…

…der kleine See an dem wir stehen ist gut besucht… die Einheimischen angeln hier und waschen sich im See… im Ort gibt es Frischwasser wohl nur aus dem Brunnen im Garten…

…dank der Mücken sitzen wir heute Abend drinnen, aber es ist schön einmal dort zu nächtigen wo mein Großvater aufgewachsen und zu Schule gegangen ist… vermutlich ist er als Junge auch hier zum Schwimmen gekommen, wie es die Einheimischen so zahlreich immer noch tun… der ganze Ort wirkt fast so als hätte sich hier nichts verändert in den letzten 80 Jahren… das Wasser wird aus dem Brunnen im Garten geholt und hinterm Haus steht das Plumpsklo…

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