…je mehr Kilometer wir uns entfernen desto weiter entfernen sich auch die Gedanken an das was gerade in der Heimat los ist und langsam stellt sich sogar so etwas wie ein Urlaubsgefühl ein…
…den gestrigen Abend verbrachten wir feuchtfröhlich mit Freunden, guten Gesprächen, Wein und Bier… perfekt!
…etwas zerknittert im Kopf geht es recht früh weiter… die längste Etappe des Urlaubs steht heute an…
…aber vorher geht es noch eine kleine Runde durchs Taubertal… traumhaft schön…
…die Autobahnen sind auch heute mehr als voll und wir kommen nur langsam voran… so machen wir einen Notstop an der Isar bevor uns die Augen zu fallen…
…München ist völlig verstopft und so fahren wir die letzten 120km über Land bis an den Chiemsee… es ist wundervoll noch einmal hier zu sein nach all den Jahren…
…es ist heiß… wir sind müde und brauchen dringend ein Bad im See… gekocht wird heute vom Restaurant am Platz und fertig… Prost!
…dann wird auch die Wettervorhersage wahr und es zieht ein beeindruckendes Gewitter auf… ist es nicht wunderschön?!?
…es ist still nachts am Dreifelder Weiher… der volle Mond erhellt den Platz in einem schönen Zwielicht und das Rauschen des Baches ist das einzige Geräusch in der Nacht… ich möchte noch nicht schlafen… ich möchte die Stille der Nacht genießen… nur für mich… ganz allein… leichte Nebelschwaden wabern durchs Tal, während der Hund im Campingstuhl neben mir leise schnarcht… wundervoll…
…mir wird klar wir heimatlos ich oft war und wie viel Heimat hier gerade in diesem Wohnmobil neben mir schläft… ein schönes Gefühl… und der Hund schnarcht…
…allerdings nur bis 07:30 Uhr… dann ist er offensichtlich ausgeschlafen… wir nicht…
…es ist schön hier in diesem verschlafenen Nest im Westerwald… Frühstück in der Sonne und ein Bad im See bevor es weiter geht…
…auch heute sind die Autobahnen voll und wir fahren einige Kilometer über Land…
…auch die Campingplätze sind randvoll, doch wir bekommen den letzten Platz in einer Ecke hinterm Klohaus… naja… für eine Nacht nicht so schlimm, außerdem wollen wir eh noch Rothenburg besichtigen…
…es ist Donnerstag Nachmittag und wir rollen vom Hof… eigentlich ist heute der schönste Tag im ganzen Jahr, denn heute beginnt unser Sommerurlaub… aber dieses Jahr ist alles anders… wir verlassen unsere Heimat mit sehr gemischten Gefühlen… eher sind es Steine im Magen… die Hochwasserkatastrophe vor gerade mal einer Woche hat unserer Heimat schwer zugesetzt… wir persönlich hatten riesiges Glück, denn wir blieben verschont… doch Freunde, Kollegen und Bekannte haben teilweise alles verloren… ein paar sogar ihr Leben…
…unsere Wochenendoase an der Ahr… völlig zerstört… Orte von der Außenwelt abgeschnitten… ganze Häuser mitsamt ihrer Bewohner weggespült… Straßen, Häuser, Brücken, Campingplätze… alles weg…
…Urlaubsfreude kommt da nicht auf… mit Steinen im Magen fahren wir vom Hof…
…in den letzten Tagen haben wir Sachspenden abgeben wollen und unsere Arbeitskraft angeboten aber man wies uns ab, da genug vorhanden war und erst einmal alles koordiniert werden müsse… die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung hat uns mehr als beeindruckt… Menschen die eine Woche vorher noch darüber stritten ob man sich nun gegen Corona impfen lassen soll oder nicht… Verschwörungstheoretiker und Obrigkeitshörige… plötzlich ziehen alle an einem Strang… eine Welle der Hilfsbereitschaft folgt der Flutwelle des Unwetters…
…darum haben wir uns entschlossen zu fahren… trotz der momentanen Situation… in einigen Wochen wird sich für viele die Welt ganz normal weiter drehen… dann ist das Gröbste vielleicht aufgeräumt und behelfsmäßig wieder in Betrieb aber damit vielleicht auch „aus den Augen – aus dem Sinn“ und dann werden wir schauen wo man beim Wiederaufbau helfen kann… und da wird es noch mehr als genug zu tun geben, denn eine Zerstörung solchen Ausmaßes beseitigt man nicht in ein paar Wochen…
…zu allem Übel streckt mich in den letzten Tagen vor dem Urlaub auch noch ein Magen-Darm Infekt nieder und ich überlege ob wir es nicht wirklich einfach lassen sollten mit dem Urlaub… allerdings ist das meiste schon vorgebucht und so fahren wir und lassen es einfach alles auf uns zukommen…
…mit Steinen im Magen und den Gedanken an der Ahr…
…die Autobahnen sind voll, da aufgrund des Hochwassers viele Strecken gesperrt sind… so kommen wir nur sehr langsam voran…
…es ist nach 19 Uhr als wir endlich den Platz erreichen… wir sind müde und es fühlt sich noch garnicht nach Urlaub an…
…in der Nacht zieht Nebel auf… es ist wunderschön… und so sitzen wir noch lange lange draußen, lauschen der Nacht und bewundern ihre Nebelschwaden…
…morgens stehe ich nicht um acht auf und gehe ich nicht laufen… gehen sie nicht über los, ziehen sie keine 4000 Dollar ein… nun gut, man kann nicht alles haben… um halb zehn schmeißt mich der Hund aus dem Bett und jagt mich den nächsten Berg hoch… oder ich ihn? Wer weiß das schon… das ist auch unwichtig bei einem solchen Anblick…
…fit sind wir heute alle nicht, also geht es zum Frühstück nur auf ein kleines Bergchen aber dafür mit wunderbaren Ausblick…
…in der Ferne türmen sich die Gewitterwolken und so schauen wir, dass wir schnell zurück kommen…
…außer Essen gibt es dann auch nicht mehr viel heute und dann wird EXTREM gechillt…
…da wir früh im Bett sind bin ich auch früh wach… also erstmal Laufen… im Sommerregen an der Sauer… wunderbar bei 25 Grad…
…Frühstück und dann geht es hinauf auf den nächsten Berg… oder eher ein Bergchen klein… der Hund zerrt, das Kind bremst… vermutlich wird sich das schon irgendwie ausgleichen…
…tut es nicht… so brauchen wir erstmal einen „Tank & Rast“ in Diekirch…
…es regnet wieder aber wir sitzen zum Glück Trocken unterm Sonnensegel und können das leckere Diekircher Bier genießen…
…der Rückweg hingegen wird ziemlich nass aber es ist ja warm genug und trockene Klamotten im Womo…
…zum Abendessen gibt es Kartenhaus beim Louis… sehr lecker wohlgemerkt…
…der Kühlschrank gefüllt, die Klamotten in den Staufächern… im frühen Nachmittag rollen wir vom Hof… mal in eine ganz andere Richtung…
…einmal quer durch die wunderbare Eifel und immer weiter und weiter…
…dann erst mal nicht mehr weiter… dem Kind wird schlecht von all den Kurven und die Geduld des Hundes ist auch erschöpft… also Pause… und dann weiter bis wir dann das Land verlassen…
LUXEMBURG
…ich hätte ja gern ein Foto vom Schild gemacht aber ich wurde auf den Rücksitz verbannt… Kind mit Tüte sitzt vorn… nun gut…
…kurz vor dem Ziel zieht sie dann doch noch auf… die fiese, miese Gewitterfront, die eigentlich erst für morgen gemeldet war…
…im Moment wo wir auf den Platz fahren fängt es an zu schütten und so müssen wir den Ankommensdrink im strömenden Regen drinnen trinken…
…zum Glück ist der Spuk recht schnell vorbei, allerdings ist vor der Türe jetzt nur mehr Pratschmatsch…
…den Regen haben wir genutzt um Essen zu kochen und so können wir danach noch eine schöne Runde drehen zu Sonnenuntergang…
…zum Familientreffen sind wir auch knapp pünktlich…
…und zu Guter letzt können wir uns auch noch den Kakao fürs Frühstück vorbestellen…
…heute schlafen wir etwas länger, da das letzte Glas Wein gestern offenbar schlecht war… dennoch schaffe ich es meinen Kadaver ein gutes Stück zu bewegen…
…eigentlich wollten wir von Hütte zu Hütte wandern… aber schon die erste hat zu, Kind und Hund sind anstrengend und so artet das Ganze eher ins Wein trinken in ein und derselben Hütte aus, wo wir dann überraschend auch noch Freunde treffen…
…die Aussicht ist toll aber irgendwann müssen wir dann doch den Heimweg antreten… Kind und Hund sind immer noch anstrengend…
…vorbei an Weinfeldern und bunten Blumen wandern wir zurück zum Stellpatz…
…im Restaurant am Platz ist man sich leider zu fein, als dass man uns noch eine Kleinigkeit zu Essen gemacht hätte aber nun gut… dann eben nicht…
…die Sonne geht trotzdem sehr hübsch unter und das soll es auch gewesen sein für heute… über den Ball der Nachbarn und die damit verbundenen Komplikationen verliere ich besser kein Wort…
…die Nacht ist um 7 zu Ende, denn der Hund lutscht an meinem Fuß… nun gut… dann eben Laufen statt Schlafen…
…schön entspannt frühstücken…
…Weinreben kaufen gehen…
…und dann kann es los gehen…
…wir wandern übern Berg bis zur nächsten Hütten usw usw usw… was soll ich sagen?
…es gibt Weinschorle…
…es gibt Rüsselkäfer und am Ende des Tages landen wir zuhause im Wohnmobil… betrunken und glücklich… das ist Alles im Allem genug gesagt über der heutigen Tag…
…ziemlich genau 6 Monate Lockdown ist es her, dass wir fahren konnte und nun ist es endlich wieder so weit… wir rollen vom Hof… ENDLICH…
…viel hat sich getan in den letzten 6 Monaten… so ist es zum Beispiel nun so, dass wir nicht mehr zu dritt reisen… nein, wir sind jetzt zu viert!
…darf ich vorstellen: DAS ist Einstein!
…und natürlich begleitet er uns nun überall hin…
…am Morgen drehen wir noch eine große Runde durch die heimischen Felder und dann geht es los…
…noch schnell das Kind von der Schule abgeholt und dann ab auf die A61 gen Süden… vor einem halben Jahr fuhren wir aus der Pfalz direkt in den Lockdown und heute fahren wir aus dem Lockdown in die Pfalz… schon irre, wenn man sich das mal überlegt… 6 Monate konnten wir nirgends hin…
…aber jetzt geht es endlich los und Herr Einstein fühlt sich sichtlich wohl auf seinem Platz im Wohnmobil…
…so rollen wir gemächlich die A61 hinab und kommen gut durch für einen Freitag Nachmittag…
…tatsächlich verpennt Herr Einstein trotz starkem Seitenwind und ziemlichem Gerappel die ganze Fahrt… wunderbar…
…im Nachmittag kommen wir an und parken ein im Wingert… wie immer ein Traum…
…wir wandern noch ein wenig bis zum Meerspinnenblick und sind sehr froh endlich wieder hier sein zu können…
…danach sind alle müde… Hund, Kind und auch wir… der Grill wird angeschmissen und wir lassen den Abend gemütlich ausklingen…
…wir werden von strahlendem Sonnenschein geweckt und die Ponys lauern schon auf neue Möhren… für den Weg bis Neustadt nehmen wir den Zug und wandern dann hinauf zum Schloß…
…die Aussicht ist atemberaubend aber leider ist hier auch atemberaubend viel los, was und nicht sonderlich gut gefällt…
…wir entscheiden lieber am Fuß des Schlosses einen Flammkuchen zu essen und dann wieder gemütlich zurück nach Neustadt zu wandern…
…der Rückweg führt und durch schöne Kastanienwälder und vorbei an allerlei ganz besonderen Örtchen…
…am Wegesrand finden wir dieses wunderschönen hier…
…schließlich erreichen wir wieder Neustadt und schlendern gen Bahnhof…
…der Zug bringt und zurück nach Gimmeldingen wo wir im Loblocher Schlössel den letzten Urlaubsabend gemütlich ausklingen lassen… wir sind ein wenig wehleidig ob der Tatsache morgen wieder nach Hause zu müssen aber vielleicht ist das auch ganz gut so bei allem was momentan so los ist…